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Tischfußball MORITZ in der Jugendbildungsstätte "Kurt-Gerstein-Haus" in Hagen-Berchum

PRESSEBERICHT aus der Westfalenpost Hagen

Rollstuhlfahrer können nach Herzenslust kicker

 
 
Berchum. (can) Rollstuhlfahrer können in der Jugendbildungsstätte Berchum zukünftig nach Herzenslust kickern. Denn die Einrichtung der evangelischen Schülerarbeit von Westfalen (esw) hat mit Unterstützung der Volksbank Hohenlimburg Moritz angeschafft - einen behindertengerechten Tischfußballkicker.

Die seitlichen Banden sind abgesenkt, die Tischbeine zu den Kopfseiten ausgelagert. So können zwei Menschen im Rollstuhl problemlos nebeneinander an den Tisch heranfahren und haben das Spielgeschehen gut im Blick. "Wir hatten im Sommer bisher Schwierigkeiten, Beleger zu finden", erklärte Jugendbildungsstättenleiter Paul Gaffron gestern beim Pressegesprech. "In diesem Jahr stopfen viele Behinderten-Gruppen das Loch. Da haben wir entschieden, den Tisch anzuschaffen."

Möglich wurde die 2000 Euro teure Investition mit einem Zuschuss von 1500 Euro seitens der Volksbank Hohenlimburg. "Wir unterstüzten Kindergärten und soziale Einrichungen aus Erträgen des Gewinnsparens und haben in diesem Jahr rund 12 500 Euro verteilt", konnte es Direktor Paul W. Beckmann kaum abwarten, den integrativen Kicker selbst auszuprobieren.

Dabei hat das Volksbank Team sichtlich Spaß im Duell gegen die Brüder Peer-Boris und Bengt-Olaf Weichsel, die mit ihrer Firma pbbo ideen + produkte den Tisch entwickelt hatten. Klar, dass die Produktentwickler die Nase vorn hatten. "Der Tisch eignet sich für öffentliche Einrichtungen, die offen sind für die integratvie Idee", berichtete Peer-Boris Weichsel. "Wir haben selbst einen Bruder, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt. Der hat beim Kickern geklagt, dass er nichts sehen kann."

Noch ist Tischfußball-Tisch Moritz, so heißt das Stück, aber noch in der Erprobungsphase. Landesweit sorgen gerade mal fünf Tische für integrativen Spaß von behinderten und nicht-behinderten Menschen.

Hergestellt wird der Tisch von den Gelsenkirchener Werkstätten. Das gemeinnützige Unternehmen beschäftigt Menschen mit Behinderung und schafft mit der Produktion des Tisches Arbeitsplätze. Falls Tischkicker Moritz diesen Sommer bei den Behindertenfreizeiten in Berchum zum Renner wird, sind es vielleicht bald mehr.

Westfalenpost Hagen / 21.06.2007  


PRESSEBERICHT aus der Westfälischen Rundschau

Barrierefreies Kickern garantiert

Berchum. (Sch.) "Moritz" heißt das Modell. Und es sieht anders aus als seine herkömmlichen Tischkickerkollegen. Je zwei Beine ragen aus den Kopfseiten heraus, die Banden sind besonders abgesenkt. Wer in "Moritz" jedoch modischen Schnickschnack in futuristischem Design sieht, der steht vorm falschen Spielgerät. "Moritz" ist ein barrierfreier Kicker. Rollstuhlfreundlich und innovativ.

Seit wenigen Tagen hat "Moritz" seinen festen Standort im esw-Bildungszentrum in Berchum. Leiter Paul G. Gaffron erklärt warum: "Wir haben in diesen Sommerferien viele Freizeiten mit Behinderten im Haus. Für die wollen wir natürlich auch ein gutes Freitzeitvergnügen anbieten."

Kickertisch "Moritz" gehört nun dazu. In der Evangelische Jugensbildungsstätte steht übrigens P5, der fünfte Prototyp aus der Baureihe "Moritz".

Entwickelt und konstruiert wurde "Moritz" von den Bochumer Brüdern Bengt-Olaf und Peer-Boris Weichsel. Anlass war der tragische Unfall eines weiteren Bruders, der seit über sechs Jahren im Rollstuhl sitzt. Ein leidenschaftlicher Tischfußballer, der aufgrund seiner Querschnittslähmung nun von diesem Vergnügen an normmalen Geräten ausgeschlossen ist. Also setzte sich Konstrukteur Bengt-Olaf hin, fertigte Zeichnungen an, baute Testkicker bis schließlich "Moritz" unter der Devise "Design für Alle" in die Produktion gehen konnte.

"Hergestellt wird der Tisch in den Gelsenkirchener-Werkstätten, einem gemeinnützigen Unternehmen, das Menschen mit Behinderungen in Arbeit bringt", betont Peer-Boris Weichsel. Der Tisch soll an öffentlichen Orten zum Einsatz kommen. Dort, wo Menschen mit und ohne Behinderung zusammenkommen. Schulen etwa oder Rehabilitationsstätten. "Aber auch Firmen sind ideale Standorte", so Peer-Boris Weichsel.

Allerdings hat "Moritz" auch seinen Preis. Rund 2 000 E kostet der etwas andere Tischkicker. "Dank hochwertiger Materialien und Ausstattung hält die Konstruktion aber ein Leben lang", verspricht Bruder Bengt-Olaf. Für die esw wäre diese Summer ohne Unterstüzung wohl so nicht zu stemmmen gewesen. Aber dann sprang die Volksbank Hohenlimburg ein und unterstützte das Projekt "Integrativer Kicker" sehr zur Freude von Paul G. Gaffron. Schließlich kann die esw ihren Gästen mit Behinderungen ein weiteres Freizeitvergnügen bieten.

Westfälische Rundschau / 21.06.2007